ABOUT

MAJA  PROCHOTTA

Ich wurde in eine Familie mit vielen Künstlern und Gestaltenden geboren, so waren mir die Künste stets ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Selbst mein Vater, von Beruf Gynäkologe, verbrachte die Abendstunden an seinem Mikroskop, danach zeichnete er in kleine Bücher. Er sagte immer: „Du musst nicht Künstlerin werden, du kannst immer malen.“ So beschloss ich den Alltag schön zu machen und schenkte mein Interesse den dekorativen Künsten, den täglichen Dingen. Daraus resultierte ein Studium des Kommunikationsdesign. Dieser Weg fühlte sich sicher und berechenbar an. Und der Aspekt etwas Angewandtes, Praktisches, Helfendes zu tun entsprach meiner damaligen Wertvorstellung und meinem Naturell.

Doch wusste ich immer, dass ich eigentlich eine Künstlerin bin. Und allmählich kehrte sich das Gefühl etwas Praktisches zu tun in Bedeutungslosigkeit um. Nach mehreren Schicksalsschlägen und Häutungen begann ich behutsam den richtigen Weg einzuschlagen und fing an zu malen.   

ANTRIEB  

Was mich antreibt ist die ewige Frage nach dem sichtbaren und unsichtbaren Leben und meine Faszination für den Mikro- und den Makrokosmos. Diesen sah ich visualisiert durch die zytologischen Abstriche meines Vaters und die Sternensysteme - der große Gegensatz und die Gleichheit darin. Wie begrenzt ist der Mensch in seiner Vorstellungskraft? Welche Paradigmen existieren in Glaube und Mythologie, Wissenschaft, Spiritualität und Poesie? Jede Zellen ein Makrokosmos, das unendliche Leben der Sterne. 

 

ARBEIT

Ich arbeite momentan vornehmlich mit Wasserfarben und Tinte auf Aquarellpapier. Die Farbe wird auf das Papier gebracht und fließt bis zur vollkommenen Trocknung an die anbestimmte Stelle. Unsichtbare Kräfte bewegen die Farbe nur durch meinen Impuls - eine Möglichkeit, dass das Unbegreifliche, der Zufall, das Göttliche seine Finger im Spiel hat. Ich male intuitiv und sehe meine Bilder als Visualisierung des Unbegreiflichen, indem ich wie ein Überbringer tätig bin. 

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